Wie fühlt es sich an, Bürgermeister zu sein? Was passiert mit Kindern, die Falschgeld ausdrucken? Und was macht am meisten Spaß? Wir haben Kinder aus unterschiedlichen Berufen in FEZitty getroffen. In vier kurzen Interviews erzählen sie von ihren Lieblingsjobs und ihren Erlebnissen.
Simon (12), FEZitty-Regierung
Falschgeld, Gesetzesquiz und Sozialstunden: Simon (12) gehört zu den Kindern, die im Rathaus von FEZitty Verantwortung übernehmen. Im Interview erzählt er, warum er sich immer wieder für die Politik entscheidet, wie in der Hauptstadt der Kinder Gesetze vermittelt werden – und was passiert, wenn jemand Falschgeld druckt.

Simon, du bist 12 Jahre alt und engagierst dich schon seit mehreren Jahren in der Politik von FEZitty. Was macht dir daran so viel Spaß?
Ich mag das einfach lieber als die anderen Jobs und finde es schön, in der Bürgerversammlung mit allen über neue Ideen zu sprechen. Am schönsten ist es, wenn meine Ideen dann auch noch überzeugen.
Im Moment bist du stellvertretender Bürgermeister und kandidierst als Justizminister. Was möchtest du in diesem Amt erreichen?
Ich würde gerne allen die Gesetze von FEZitty näherbringen. Also in jeder Bürgerversammlung ein Gesetz erklären und darüber sprechen, was passiert, wenn man dagegen verstößt. Außerdem will ich unsere Quizshow „Wer wird Wuhlinär?“ weiterführen, damit wir unsere Steuergelder loswerden. So können auch alle zeigen, was sie schon wissen.
In FEZitty gab es letztes Jahr ein Problem mit Falschgeld, das Kinder zuhause ausgedruckt und mitgebracht hatten. Ist das dieses Jahr wieder ein Thema?
Ja, tatsächlich haben wir vor Kurzem wieder Falschgeld gefunden. Deshalb haben wir im Rathaus gerade wieder einiges damit zu tun, wie im letzten Jahr.
Was passiert, wenn jemand mit Falschgeld erwischt wird?
Das kommt ganz drauf an, ob man das Falschgeld selbst gedruckt hat oder nicht. Wenn man den Schein nur von jemand anderem bekommen hat, muss man ihn einfach abgeben. Dann wird der Schein vernichtet und man kriegt eine Entschädigung. Wenn man ihn aber selbst gedruckt hat, gibt es dafür eine Strafe. Es kann eine Geldstrafe von bis zu 500 Wuhlis geben oder eine Spielsperre.
500 klingt nach einer Menge. Wie lange muss ich dafür arbeiten?
Pro Tag verdient man in FEZitty 24 Wuhli, soweit ich weiß.
Wow! Und was passiert, wenn ich keine 500 Wuhli habe?
Dann wird das Ganze über Sozialstunden geregelt, also über unbezahlte Arbeit. Wer die Geldstrafe nicht bezahlen kann, muss stattdessen Sozialstunden leisten – also unbezahlte Arbeit, vielleicht bei der BSR beispielsweise, dass man dann alles sauberhält. Oder man bezahlt es einfach, wenn man nett ist. Tja.
Gibt es in FEZitty jemanden, der ermittelt, woher das Falschgeld kommt?
Ja, dafür gibt es inzwischen sogar einen eigenen Beruf. Unser Ermittlungs-Team führt unangekündigte Geldkontrollen durch. Wenn dabei Falschgeld entdeckt wird, bringen sie den Fall zu uns ins Rathaus.
Also lassen wir das mit dem Falschgeld mal lieber bleiben.
Wir haben noch niemanden erwischt, aber es gibt eine Spur!
Lea (11), Stadtinfo
Kinder anmelden, Fragen beantworten und den Überblick behalten: Lea (11) arbeitet in der Stadtinfo von FEZitty. Warum macht ihr gerade dieser Job am meisten Spaß – und welche Berufe möchte sie als Nächstes ausprobieren?

Lea, du bist elf Jahre alt. Wie oft warst du schon in FEZitty?
Letztes Jahr war ich einmal hier und dieses Jahr jetzt auch wieder.
Und heute ist dein zweiter Tag?
Genau, gestern war ich schon hier.
Was ist heute dein Job?
Ich arbeite bei der Stadtinfo. Ich registriere Kinder, gebe Auskunft, wo was ist, und mache Papierkram.
Was gefällt dir daran am besten?
Am coolsten finde ich das Registrieren, weil man da halt viel am Computer arbeitet.
Hast du gestern einen anderen Job gemacht?
Ja, ich habe zuerst zwei andere Jobs gemacht und mich dann nachmittags für die Stadtinfo entschieden.
Welche Jobs waren das?
Ich war bei der FEZitty-Zeitung und bei der Falschgeldkontrolle.
Welcher Job hat dir bisher am besten gefallen?
Die Stadtinfo.
Warum gerade dieser?
Weil der Job so vielfältig ist.
Wenn du das nächste Mal wiederkommst: Gibt es noch einen Beruf, den du gern ausprobieren möchtest?
Ja, ich würde auch gerne mal bei der Bahn oder bei der Fähre arbeiten.
Juli (13), Stadtinfo
Juli hat in FEZitty schon verschiedene Berufe ausprobiert. Besonders gern erinnert sie sich an ihre Zeit bei der Zeitung – und an einen Artikel über einen kleinen Eisenbahnunfall.

Juli, du bist 13 Jahre alt. Zusammen mit deiner Schwester Lea seid ihr schon öfter in FEZitty gewesen. Macht ihr eigentlich immer die gleichen Jobs?
Ja, bisher haben wir fast immer genau dieselben Jobs gemacht. Außer letztes Jahr, da hatten wir immer unterschiedliche Jobs.
Habt ihr auch die gleichen Interessen?
Ja, wir haben ziemlich ähnliche Hobbys. Nur dass ich ein bisschen lieber schreibe, sie zeichnet dafür ein bisschen lieber als ich. Aber wir spielen beide gerne Theater.
Heißt das, dass dir der Job bei der Zeitung am besten gefallen hat?
Ja, die Zeitung fand ich ziemlich cool, weil wir dort unseren eigenen Artikel schreiben konnten. Hier in der Stadtinfo macht es mir aber auch viel Spaß, weil ich hier viel vorbereiten kann und auch ein bisschen Papierkram machen kann. Das mag ich eigentlich auch.
Und was für einen Artikel hast du damals geschrieben?
Einen Artikel über die FEZitty-Eisenbahn, die hier fährt. Auch weil es in der ersten Woche einen kleinen Unfall gab. Aber ja.
Einen Eisenbahn-Unfall?
Ja, ein Waggon ist entgleist. Warum wissen wir auch nicht genau, anscheinend durch irgendeinen Fehler. Zum Glück ist aber nichts passiert. Auf jeden Fall läuft jetzt wieder alles ganz gut.
Welchen Job möchtest du als Nächstes ausprobieren?
Vielleicht gehe ich noch einmal zur Zeitung. Aber auch die Post finde ich ziemlich interessant.
Finn (10) und Tim (fast 13, also 12), Jobcenter
Wer zum ersten Mal nach FEZitty kommt, braucht erstmal Orientierung. Finn (10) und Tim (12) helfen Kindern in der Jobberatung dabei, den für sie passenden Beruf zu finden – manchmal sogar auf Englisch. Warum das ihr Lieblingsjob ist, erzählen die Brüder im Interview.

Ihr zwei seid Brüder und ihr wart schon öfter in FEZitty. Wie heißt ihr denn und wie alt seid ihr?
Finn: Ich bin Finn. Ich bin zehn Jahre alt.
Tim: Und ich bin Tim. Ich bin fast 13, also 12.
Und wo arbeitet ihr?
Finn: Bei der Jobberatung.
Tim: Auch bei der Jobberatung.
Welche Berufe habt ihr bisher ausprobiert?
Tim: Wir waren schon vor zwei Jahren hier, letztes Jahr und jetzt wieder. Wir haben schon mal bei der Bahn, mal…
Finn: …bei der Stadtreinigung, und…
Tim: …mal bei der Zeitung. Da haben wir halt so Newstime gemacht, also gefilmt.
Heute arbeitet ihr beide in der Jobberatung. Was macht ihr dort?
Finn: Wir helfen den Kindern, einen passenden Job zu finden.
Tim: Dafür müssen wir erst mal wissen, was sie überhaupt machen möchten. Dann können wir ihnen weiterhelfen.
Gibt es dabei auch Herausforderungen?
Finn: Ja, manchmal sprechen Kinder nur Englisch. Dann müssen wir sie natürlich verstehen.
Tim: Wie jetzt gerade, da hatten wir jemanden, der hat nur Englisch gesprochen. Und dem will ich jetzt halt alles zeigen. Und sonst müssen wir halt wissen, was für Jobs die anderen machen wollen. Aber die Idee ist für uns, dass wir anderen helfen.
Ist die Jobberatung euer Lieblingsjob?
Finn: Ja, auf jeden Fall.
Tim: Meiner auch. Manchmal ist es ein bisschen langweilig, wenn gerade niemand kommt. Aber wenn viel los ist, macht es richtig Spaß.
Möchtet ihr den Job beim nächsten Besuch wieder machen?
Tim: Wenn wir einen Platz bekommen, auf jeden Fall. Wenn dann aber kein Platz frei ist, weil die S-Bahn, mit der wir kommen, Verspätung hat, dann müssen wir uns einen anderen Job aussuchen.
Und du möchtest auch weitermachen, Finn?
Finn: Ich würde den Job auch gern weitermachen, aber zwischendurch auch mal etwas Neues ausprobieren.
Gibt es etwas, das ihr an FEZitty gerne verändern würdet?
Finn: Äh. Nee.
Tim: Also doch, ich würde einmal vielleicht ändern, dass man die Computer vielleicht so programmieren kann, dass, wenn man vorne Pause hat, dass dann da vorne ein Schild ist mit Pause am zweiten Bildschirm, und an dem, an dem ich unten auf die Tastatur gucke, dass man an dem dann zum Beispiel etwas anderes machen kann, dass man also den da vorne arbeiten lassen kann und aber dahinter etwas anderes machen kann, wie zum Beispiel einstellen, wenn da was falsch ist.
In FEZitty gestalten Kinder ihre eigene Stadt – mit Berufen, Rathaus, Medien, Werkstätten, eigener Währung und einer demokratisch gewählten Kinderregierung. Wer mitmachen will: FEZitty läuft noch bis 21. August, dienstags bis freitags, 10–16:30 Uhr. Alle Infos und Tickets findest du hier.






