Zwei Kinder drehen die Regler an einem Mischpult.
miniBOOTH im FEZ © Oliver Wolff

miniBOOTH 2026: Wenn Kinder Beats bauen 

Was passiert, wenn Kinder elektronische Musik nicht nur hören, sondern selbst machen? Projektleiter Tim Joppien erzählt, warum die miniBOOTH längst mehr ist als ein Experiment – und weshalb sie ihn jedes Jahr aufs Neue begeistert.

Tim, Hand aufs Herz – worauf freust du dich diesen Mai eigentlich mehr: auf die SUPERBOOTH oder auf ihren Ableger für die Kleinen?

Die SUPERBOOTH fühlt sich jedes Jahr wie ein Klassentreffen an – voller Menschen, die Lust haben, neue Synths und Sounds auszuprobieren. Dieses Jahr ist die miniBOOTH dort zum zweiten Mal mit einem eigenen Zelt vertreten. Mein persönliches Highlight bleibt aber die miniBOOTH im FEZ. Da ist inzwischen eine eigene kleine Community entstanden. Und es ist einfach großartig zu sehen, mit welcher Faszination Kinder zum ersten Mal elektronische Instrumente in die Hand nehmen oder zu Beats tanzen.

Die miniBOOTH geht dieses Jahr in die vierte Runde. Ab wann merkt man: Das ist jetzt kein Experiment mehr, sondern eine feste Größe?

Im FEZ ist die Veranstaltung definitiv angekommen. Wir bekommen viel positives Feedback – intern und von Besucher*innen. Gleichzeitig bleibt es bewusst ein Stück weit Experiment. Wir bringen immer wieder neue Leute zusammen und probieren Dinge aus, die es in dieser Form, mit Fokus auf Kinder und Familien, europaweit kaum gibt.

Was hat sich seit der ersten miniBOOTH bei den Kindern verändert?

Einige kommen inzwischen zum dritten oder vierten Mal – die wollen natürlich tiefer einsteigen. Gleichzeitig beeindruckt mich, wie offen Kinder an die Angebote rangehen. Ohne Berührungsängste, ohne Vorurteile. Viele probieren sich aus und bleiben dann oft stundenlang bei genau dem, was ihnen Spaß macht.

Was ist 2026 konkret neu? Wo habt ihr nachgeschärft?

Wir setzen noch stärker auf Bewegung und gemeinsames Erleben. Dafür haben wir unter anderem Tanzen3000 und das Jesterfield Kollektiv eingeladen. Neu ist auch ein audiovisueller Spielplatz, bei dem ein ganzer Raum zur begehbaren Projektionsfläche wird. Dazu kommen Apps, die Bewegung in Sound übersetzen oder Beats aus Lego entstehen lassen. Wir arbeiten mit textilen Interfaces – Teppiche werden zu Controllern. Und wir experimentieren damit, Frequenzen aus Bäumen hörbar zu machen. Außerdem planen wir einen Sound-Walk mit Field Recording und wagen uns erstmals an das Thema Hörspiel.

Elektronische Musik wirkt oft technisch und komplex. Wie schafft ihr den Zugang für Kinder?

Indem wir Komplexität radikal runterbrechen. Unsere Artists wissen, wie man Kinder abholt – viele sind selbst Eltern. Wir kombinieren Musik mit Basteln, Malen und Bewegung. Wichtig ist: Vieles funktioniert ohne Computer. Stattdessen gibt es Knöpfe, Tasten, direkte Reaktionen. Manchmal reicht es, einen Stromkreis mit der Hand zu schließen, damit ein Sound entsteht. Und: Kinder bringen oft ein sehr gutes Rhythmusgefühl mit. Darauf bauen wir auf. Es geht nicht primär darum, einen fertigen Track zu produzieren – sondern darum, mit Geräuschen zu spielen und zu entdecken, wie Klang wirkt.

Die miniBOOTH ist mehr als ein Workshop-Programm. Wie würdest du die Atmosphäre beschreiben?

Für mich ist es ein Festival zum Mitmachen. Ob man tanzen will, Sounds erforscht oder einfach durch Installationen streift – das entscheiden die Gäste selbst. Zwischen analogem Wohlfühl-Studio und moderner Musikproduktion entstehen Räume, die sich anfühlen wie ein musikalisches Picknick mit vielen neuen Freund*innen.

Und der Blick nach vorn: Wohin soll sich die miniBOOTH entwickeln?

Wenn Kinder hier inspiriert werden und in ein paar Jahren selbst Musik machen, auflegen oder einfach mit einem anderen Ohr hören – dann haben wir viel erreicht. Das schönste Signal wäre für mich: Wenn ehemalige Besucher*innen irgendwann selbst bei uns auf der Bühne stehen. Und 2027 wird der Synthesizer offiziell Instrument des Jahres – das passt natürlich perfekt zur miniBOOTH.

Tickets, Termine und weitere Infos zur miniBOOTH 2026 findest du hier.

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https://www.youtube.com/watch?v=WrhPZjbJULY
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